Neues wagen: Laufen lernen und laufen lassen

Onboarding?! Mit meiner HR-Fachsprache brauche ich den Erzieherinnen und Erziehern in unserer Kita nicht kommen. Hier heißt es Eingewöhnung, die wir nun nach gut vier Wochen mit der kleinen Tochter erfolgreich abschließen. Dennoch gefällt mir der Vergleich, denn unsere Kita macht einen super Job – nicht nur bei der Eingewöhnung – und einige Unternehmen könnten für ihren Onboarding-Prozess etwas lernen.

Wie jetzt, Kindergarten-Alltag für HRler? Schaut selbst, hier meine Erfahrungen und Beobachtungen:

  • Erster Kennenlerntermin: Einige Wochen im Voraus treffen wir uns mit unserer zuständigen Erzieherin in der Kita. Wir lernen sie und sie uns kennen und es werden jede Menge Fragen gestellt und beantwortet – von beiden Seiten.
  • Einladung zu Veranstaltungen: Schon vor dem Kita-Start sind wir zu verschiedenen Aktivität eingeladen, wie Elternabend oder Sommerfest. Wir lernen die Arbeit der Kita sowie Eltern und Kinder kennen.
  • Konkrete Planung: Es gibt ein festes Modell, nach dem die Kita die Eingewöhnung organisiert, quasi einen Einarbeitungsplan. So wird das Kind Schritt für Schritt an den Kita-Alltag gewöhnt, und lernt immer mehr Bereiche, Personen und Routinen kennen.
  • Feste Ansprechpartner: Von der Bezugserzieherin über den Elternrat bis zur Kita-Leitung, wir kennen unsere Ansprechpersonen, die sich für unsere Fragen und Anliegen stets Zeit nehmen.
  • Der erste Tag: Wir werden überall herzlich empfangen, an der Krippentür hängt ein kleines Schild mit Name und Foto und auch die Garderobe ist für unseren Start entsprechend vorbereitet.
  • Der Abschluss: Wenn die Eingewöhnung erfolgreich abgeschlossen ist, wird es wieder ein Gespräch geben, um die letzten Wochen zu reflektieren und auf mögliche Schwierigkeiten und Entwicklungen einzugehen.
  • Dokumentation: Der Kita-Alltag bringt viele Erlebnisse und Erfolge hervor, die wir als Eltern nun größtenteils verpassen. Aber durch die täglichen Notizen an der Infotafel und die regelmäßige Portfolioarbeit der Erzieher wird wichtiges dokumentiert, so dass wir an den Erfahrungen der Kleinen teilhaben können. Tolles Storytelling, oder?

Ich finde, es lassen sich einige Maßnahmen mühelos und ohne viel Kreativität auf das Onboarding im Unternehmen übertragen. Und auch bei der Zielsetzung gibt es Parallelen, denn sowohl für die Kids als auch für neuen Mitarbeiter gilt: Der erste Eindruck und die Erfahrungen der ersten Wochen sind entscheidend. Wenn von Anfang an Vertrauen aufgebaut wird, wir uns wohl und wertgeschätzt fühlen, entsteht eine sehr gute Beziehung.

Ich bin sehr froh und dankbar, meine Kinder in so guter Betreuung zu wissen. Das ist eine wichtigste Voraussetzung dafür, dass ich Beruf und Familie vereinbaren kann. Und während meine Tochter langsam laufen lernt und zum Kita-Kind heranwächst, kann auch ich Neues wagen: Im September besuche ich zum Beispiel die solutions.hamburg, Deutschlands größten Digitalisierungskongress. Neu ist auch das Thema „female recruiting und employer branding in der IT“, das ich am 28.9 auf dem Fachtag GEWINN „Frauen in der IT-Branche: Neue Wege im HR-Management“ in einem Workshop übernehme. Zudem freue ich mich auf Altbewährtes, wie meine Online-Vorlesungen im Zertifikatslehrgang Employer Brand Manager an der Quadriga Hochschule Berlin.

Alle meine Termine und Veranstaltungen findest du hier. Wenn du Interesse an einer Zusammenarbeit hast und Kontakt zu mir aufnehmen möchtest, dann gerne hier entlang!

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: